Und hier einmal ein Fall, der klar zeigt, wie man sein Testament eben nicht verfassen sollte:

(Un-)Glücklicher Erbe der letzten Stunde

Eine alleinstehende Dame hinterließ nach Ihrem Tode im Februar 2013 keinen Mann, keine Kinder, nur ein von ihr im Jahre 2009 verfasstes handschriftliches Testament, in dem stand:

„Wer mir in den letzten Stunden beisteht, übergebe ich Alles.“

Ein Nachbar der Verstorbenen machte seinen Anspruch auf das Erbe geltend, da er die letzten Stunden der Verstorbenen bei ihr am Krankenbett verbracht hatte, als es mit ihr zu Ende ging  und damit die Voraussetzungen des Testaments erfüllt sah.

Dem konnte sich auch in zweiter Instanz das Oberlandesgericht Köln nicht anschließen: Der Erbe muss im Testament namentlich oder zumindest bestimmbar genannt werden. Auch die Formulierung „in den letzten Stunden“ sei zu unbestimmt. Das Gericht sah es auch nicht als ausreichend an, dass die Erblasserin den Nachbarn als Bezugsperson gegenüber dem Krankenhauspersonal angegeben hatte. Dies alleine reiche nicht aus, um die Erbeinsetzung des Nachbarn zu bekräftigen, so das Oberlandesgericht (OLG Köln, Beschluss vom 09.07.2014, Az.: 2 Wx 188/14).