Wirksamkeit eines Nottestaments vor drei Zeugen

Ein Nottestament vor drei Zeugen ist unwirksam, wenn der Sohn der als Alleinerbin eingesetzten Begünstigten daran mitwirkt, entschied das Oberlandesgericht Köln in 2. Instanz (OLG Köln, Beschluss vom 05.07.2017, Az.: 2 Wx 86/17).

Grundsätzlich ist ein sogenanntes „Drei-Zeugen-Testament“ möglich. Nach § 2250 BGB kann ein Testament durch mündliche Erklärung vor drei Zeugen errichtet werden, wenn man sich in naher Todesgefahr befindet, so dass ein Testament vor einem Notar oder ein Nottestament vor dem Bürgermeister nicht mehr möglich ist. Als Zeuge können aber nicht die Kinder oder bestimmte andere Verwandte der Person mitwirken, die durch das Testament einen rechtlichen Vorteil hätten. Da der Sohn der als Alleinerbin eingesetzten Begünstigten einer der drei Zeugen war und somit als Zeuge ausschied, blieben nur noch zwei Zeugen für die Beurkundung des letzten Willens übrig. Das Nottestament war damit unwirksam. Ein Zwei-Zeugen-Testament kennt das deutsche Recht nicht.