Gültigkeit eines mit der linken Hand geschriebenen Testaments

Auch ein mit der linken Hand geschriebenes Testament kann bei Lähmung der rechten Hand gültig sein, entschied das Oberlandesgericht Köln in 2. Instanz (OLG Köln, Beschluss vom 03.08.2017, Az.: 2 Wx 149/17 u.a.)

Dem Gericht der 1. Instanz wurden zwei als Testament überschriebene und dem Namen des Erblassers unterzeichnete Schriftstücke vorgelegt, von denen eines die Nachbarn und das andere einen Verwandten des Verstorbenen als Erben bezeichnete. Die Geschwister des Erblassers, die in keinem der beiden Testamente begünstigt wurden, machten geltend, dass beide Testamente unecht und dass sie aufgrund gesetzlicher Erbfolge zu Erben berufen seien.

In beiden Instanzen wurde umfangreich Beweis erhoben. Die gerichtliche bestellte Sachverständige, die mit der Erstellung eines graphologischen Gutachtens beauftragt war, konnte zwar nicht mit Sicherheit bestätigen, dass das mit der linken Hand verfasste Testament vom Erblasser stammte, weil es kein geeignetes Vergleichsmaterial des Erblassers gab, entscheidend war aber schließlich, dass ein Zeuge glaubhaft bestätigte, bei der Abfassung des Testaments dabei gewesen zu sein.

Das andere Testament stammte hingegen nicht vom Erblasser. Wer dieses Testament gefälscht hatte, konnte im Nachlassverfahren nicht geklärt werden, war aber auch für die Entscheidung nicht von Bedeutung.